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„Wohin steuern die USA unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump? “ Veranstaltung mit Niels Annen (MdB)

Wohin steuern die USA? Bericht von der Veranstaltung

Auch wenn die USA durch ihren neuen Präsidenten Donald Trump angeschlagen sind – eine führende Macht werden sie bleiben. Dieses Fazit zogen am Dienstag die Gäste der Veranstaltung „Wohin steuern die USA unter Trump?“. Rund 100 Gäste waren zu der Diskussion in die Kammerspiele gekommen, zu der die SPD Harvestehude-Rotherbaum eingeladen hatte. Auf dem Podium diskutierten Niels Annen, Mitglied des Bundestages für den Wahlkreis Hamburg-Eimsbüttel und US-Bürger John Michael Helmbock, moderiert vom Journalisten Jürgen Bertram.

Die bisherige Bilanz von Trumps Amtszeit falle ziemlich verheerend aus, sagte Niels Annen. „Es ist schlimmer gekommen, als ich gedacht hätte.“ Er sei sich nicht mehr sicher, ob die Vereinigten Staaten noch für Weltoffenheit und Toleranz stehen.

Obwohl Trump nicht die Mehrheit der Stimmen bekommen habe, sei er trotz allem der legitime Präsident der USA und darum weiterhin der erste Ansprechpartner vor Ort. Bereits in der Vergangenheit habe sich ausgezahlt, die Kontakte in die Vereinigten Staaten zu pflegen, „auch wenn es früher schon nicht immer harmonisch zugegangen ist“.

US-Gesellschaft ist tief gespalten

Der US-Amerikaner John Helmbock sieht ein großes Problem in der Spaltung der Bevölkerung. Ob Bildung, Religion, Herkunft oder auch das Geschlecht: Zwischen den US-Amerikanern verlaufe ein tiefer Graben. „Viele Menschen wünschen sich einen stabilen Job, mit dem sie eine Familie ernähren können. Das gibt es für diese Leute im Moment aber nicht.“

Die Trump-Wähler fühlten sich von der vorherigen Regierung vergessen, erklärte Helmbock. Der neue Präsident sorge nun allerdings dafür, dass die Spaltung noch tiefer wird. Derzeit gebe es in seinen Augen keine Bewegung, die in der Lage ist, das Land wieder zusammenzubringen.

Eine grundsätzliche Gefahr für die Vereinigten Staaten sieht Helmbock aber nicht. „Trump ist nicht Putin. Er ist Populist, kein Autokrat. Und das ist nicht neu für die USA, so etwas hat das Land schon mehrfach überstanden.“

Deutschland soll Führungsrolle wahrnehmen

Ist es also Zeit, dass Europa eine stärkere Rolle in der Welt einnimmt? „Hier schauen im Moment alle auf Deutschland“, sagte Niels Annen. Andere große Länder in Europa wie Großbritannien oder Frankreich hätten mit nationalen Problemen zu kämpfen. Darum sei Deutschland in EU-Fragen derzeit Hauptansprechpartner.

Helmbock ergänzte: „Ich warte seit zwei Jahrzehnten darauf, dass Deutschland endlich seine Führungsrolle wahrnimmt.“ Wenn es überhaupt ein Land in Europa gebe, dass den europäischen Charakter repräsentiert, dann sei es die Bundesrepublik. „Hier gibt es keinen Nationalismus, Europa kommt zuerst.“

Niels Annen sieht die europäische Idee in Deutschland auch durch Parteien am rechten Rand nicht gefährdet. „Ich habe mich noch nicht damit abgefunden, dass die AfD im September in den Bundestag einzieht“, erklärte er dem Publikum, „und Sie sollten es auch nicht.“